Was Sie noch interessiert...

Können Sie in unserer Sammlung:
Wissenswertes rund um die Themen Alkohol, Burnout und Regeneration finden

 

Die verschiedenen Typen der Alkoholsucht

Sucht ist eine –biopsychosozial begründete- behandlungsbedürftige Krankheit. Zumeist handelt es sich um den fehlgeschlagenen Versuch, die eigenen Probleme zu bewältigen, bzw mit den Anforderungen der Umwelt lösungsorientiert umzugehen.

Alkoholsucht bezeichnet die Abhängigkeit von alkoholhaltigen Getränken. Das Trinken von Alkohol ist in vielen Ländern und Kulturen gesellschaftlich anerkannt  Als legale Droge zudem einfach erhältlich, jederzeit verfügbar und vergleichsweise günstig. Die hervorgerufene Wirkung wie Enthemmung, Entspannung und Stimmungsaufhellend bergen die Gefahr zu viel zu trinken.

Immer noch verbinden viele Menschen das Wort Alkoholiker mit dem Bild des Obdachlosen. Aber Alkoholsucht, oder Alkoholismus ist ein Problem jeder Gesellschaftsschicht, jeden Alters und betrifft gleichwohl Männer wie Frauen.

In den 1930er Jahren führte der amerikanische Professor Jellinek im Auftrag der WHO Untersuchungen mehrerer tausend Fallgeschichten von Alkoholikern durch. Das Ergebnis fasste er in ein Schema von 4 Phasen mit insgesamt 45 Symptomen zusammen.

Die  von ihm beschriebenen Unterteilung in 5 Trinkertypen hat sich  im Laufe der Zeit international durchgesetzt und ist weltweit anerkannt.

Jellinek untersuchte allerdings hauptsächlich männliche Alkoholiker. Oft werden seine  Erkenntnisse immer noch auf Frauen übertragen.

Irmgard Vogt veröffentlichte „ Suchtgefahren Nr. 4/1987" das Ergebnis ihrer Studie „Idealtypische Lebensmuster Alkoholabhängiger Frauen“. Aufgrund der wissenschaftlichen Arbeit von Vogt ist es erwiesen, dass Frauen andere Trinkverhalten-und verläufe haben. D.h. zusätzlich zum Jellinek-Schema der „Trinkertypen“ sollte man die Erkenntnisse über die Trinkmuster von Frauen beachten.

 

Typologie nach Jellinek

Unterscheidet die verschiedenen Formen mithilfe des ersten Buchstaben des Griechischen Alphabets: Alpha, Beta, Delta, Gamma und Epsilon. Den meisten Menschen sind die damit verbundennen deutschen Namen geläufiger:

1. Konflikt- oder Problemtrinker (Alpha): trinken um sich zu entspannen, um Angst, Ärger, Frust, Entäuschungen oder Probleme runterzuspülen. Sie haben eine eher seelische Abhängigkeit, können aber noch mit dem Trinken aufhören. Kein Kontrollverlust. Gefährdung zum Suchttrinker (Typ3 Gamma) zu werden.

2. Gelegenheitstrinker (Beta): koppeln ihr Trinken an soziale Situationen: Wochenende Feierabend, Familienfeiern, Belohnungstrinken bei Erfolgen, d.h. es wird so gut wie jede Gelegenheit wahrgenommen um Alkohol zu trinken. Der Konsum ist erhöht und unregelmäßig.  Im späteren Stadium kann die sich entwickelte körperliche Abhängigkeit zum Spiegeltrinker (Typ 4 Delta) führen.

3. Suchttrinker (Gamma): sind suchtkrank, weil sie ihren Alkoholkonsum nicht mehr steuern können. Das Trinken entwickelt sich zu einer seelisch-körperlichen Abhängigkeit mit Toleranzsteigerung. Der Kontrollverlust, das eigentliche Merkmal der Alkoholkrankheit bedeutet, dass sie ihren Konsum mengenmäßig nicht mehr steuern können. Sie müssen trinken, weil ihr Körper den Alkohol verlangt. Es kommt zu Entzugserscheinungen.

4. Spiegeltrinker (Delta):konsumieren eher geringe Mengen Alkohol, allerdings kontinuierlich über den ganzen Tag. Sie müssen einen permanenten Blutalkoholspiegel aufrecht erhalten, sonst kommt es zu Entzugserscheinungen.  Alkoholvorräte und oft heimliches Trinken zeichnet diesen Typ aus. Es besteht eine körperliche und psychische Abhängigkeit.

5. Episodentrinker (Epsilon), oder  „Quartalssäufer „ verspüren in zeitlichen Abständen einen unwiderstehlichen Drang nach Alkohol, der sich oft schon vorher durch Ruhelosigkeit und Reizbarkeit ankündigt. Während der Trinkphasen kommt es zum Kontrollverlust, sie trinken meist bis zum Vollrausch und haben Erinnerungslücken. Zwischen den Trinkphasen leben sie oft lange ohne Alkohol, und ohne das Bedürfnis zu trinken. Kontrollverlust und psychische Abhängigkeit. (Jellinik 1960 „The Disease Concept of Alcoholism“)

Zusammenfassend ergibt sich folgende Beurteilung:

Die einzelnen Alkoholikertypen sind nicht eindeutig voneinander zu trennen.

Typ 1 und 2 sind gefährdet: Alphatrinker dazu, Deltatrinker zu werden, Betatrinker neigen dazu, Gamma-Alkoholiker zu werden.

Die Typen 3-5 sind als Krankheiten eingestuft.

 

Trinkmuster bei Frauen nach Vogt

Aufgrund der wissenschaftlichen Untersuchung von Irmgard Vogt kann man feststellen, dass Frauen andere Trinkverläufe haben als Männer.

Frauen verhalten sich –entsprechend der Auffassung des traditionellen Frauenbildes und der traditionellen Rolle- oft angepasst und verantwortungsbewusst. Sie übernehmen die Verantwortung für das Wohlergehen der Familie und halten diese zusammen. Die Interessen anderer werden höher bewertet als die eigenen. Frauen trinken oft verdeckt und heimlich, und suchen die Schuld eher bei sich. Sie machen sich Vorwürfe und schämen sich, während Männer eher andere Menschen oder Lebensumstände verantwortlich machen.

Frauen versuchen mit Hilfe von Alkohol und auch Medikamenten, den Anforderungen des Alltags gerecht zu werden.

Vogt hat bei den Frauen zwei typische Trinkmuster festgestellt. Es gibt auch Frauen, auf die Merkmale aus beiden Typen zutreffen, ohne das man daraus einen eigenen charakteristischen Typ drei entwickeln kann.

Typ 1 die Späteinsteigerinnen beginnen erst relativ spät Alkohol in größeren Mengen zu trinken, meist erst ab dem 25-30sten Lebensjahr.

Sie leben in geordneten Verhältnissen. Wenn sie Familie haben, sind sie trotzdem in Krisen auf sich alleine gestellt. Ihr Selbstwertgefühl ist gering und sie geben sich an allen Konflikten die Schuld. Auch haben sie starke Schuldgefühle weil sie trinken und schreiben die Ursachen dafür nur sich selber zu. Beruflich sind sie durchaus erfolgreich. Bevor sie alkoholabhängig werden, haben sie häufig psychosomatische Störungen.

Typ 2 die Früheinsteigerinnen beginnen oft schon zwischen dem 15-20 Lebensjahr Alkohol in hoher Dosierung zu trinken. Zunächst noch kein hoher Dauerkonsum, sondern Räusche und Exesse ohne unmittelbaren Zusammenhang mit konkreten Ereignissen und Lebenskrisen. Sie geben äußeren Umständen oder anderen Menschen die Schuld daran, das sie trinken, selber haben sie keine oder wenig Schuldgefühle.

Ihre privaten Verhältnisse sind oft ungeordnet. Sie setzen Alkohol und Sex ein, um nicht alleine zu sein, werden aber gerade deshalb immer wieder verlassen. Die Beziehung zu ihren Kindern ist meist schlecht, der Berufsweg insgesamt chaotisch und führt zum beruflichen Abstieg. Ihre Gesundheit ist aufgrund ihrer langen Trinkerkarriere eher schlecht. (Quelle: Irmgard Vogt: Suchtgefahren Nr4/1987 Ergebnis ihrer Studie „Idealtypische Lebensmuster Alkoholabhängiger Frauen“. )

2019 Vida Alegria  - Alkoholentzug, Alkoholentwöhnung, Alkoholtherapie, Burnout-Hilfe

FOLGEN SIE UNS:

  • w-facebook